Dran Gerüttelt


Der Sage nach wurde in der Stadt Hameln ein Flötenspieler engagiert, um eine Rattenplage zu beseitigen. Die Hameler wollten in ihm nur den Entsorger sehen. In ganz ähnliche Verhältnisse kann auch der Erzieher im Aufgabenfeld einer Kita geraten. Die Einladung und der Wunsch, an den Entgrenzungen der kindlichen Unbeschwertheit unmittelbar teilhaben zu können, bringen ihn in eine Situation in der das Begrenzen als Thema übermächtig wird. Kreative Ideen, wie das Aufräumen mit einem Singen zu verbinden, geraten schnell in den Verdacht, dem erzieherischen Auftrag nicht gerecht zu werden. Allzuvieles, was andrängt, muss ausgeklammert werden. An anderer Stelle meldet es sich dann aber ungefragt wieder zurück. So steigt das Potenzial des Unerwünschten. Der Erzieher sieht sich so zunehmend als jemand, der nur dazu da ist, das Störende zu beseitigen. Wie der Rattenfänger von Hameln, weiß er sich nicht in seinen Möglichkeiten gesehen und gewertschätzt. Der folgende Beitrag macht diese Zusammenhänge am Beispiel einer psychologisch begleiteten Führung einer Kitagruppe sichtbar.

Erfahrungen zur Arbeit und zur Haltung in einer Kitagruppe
Claudia Fiedler (Redaktion: Markus Buschkotte, Werner Mikus)
17. Januar 2020

Im Zuge meiner Weiterbildung zum Projekt-Coach sind mir bestimmte Probleme bewusst geworden, die sich für die Gruppenleitung in einer Kindertagesstätte allgemein auftun. Ich ging davon aus, dass die Aufgabe einer solchen Gruppenleitung nur über eine Haltung zufriedenstellend bewältigt werden kann. Im Folgenden werde ich versuchen, die besondere Herausforderung einer solchen Arbeit (Gruppenleitung in einer Kita) am Beispiel meiner eigenen Erfahrung mit einem Bild in Zusammenhang zu bringen, dass sich mir unfreiwillig aufgedrängt hatte und mir in Bezug auf eine wünschenswerte Haltung zunächst als sehr unpassend erschien.

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